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Kalligraphische Stenografie: die Kunst, Zeichen zu schreiben, die atmen

„Kalligraphische Stenografie ist eine künstlerische Form des Schreibens in der Stenografie, bei der die Zeichen nicht zur Schnelligkeit oder Dokumentation verwendet werden, sondern als visuelle Elemente. Sie werden sorgfältig mit traditionellen Kalligraphietechniken gefertigt, wobei Harmonie, Klarheit und Schönheit in jedem Strich angestrebt werden. Diese Praxis verwandelt die Stenografie in eine kontemplative grafische Erfahrung, die auch ohne Kenntnis des Systems geschätzt werden kann“ (Martín Córdoba). Kalligraphische Stenografie: die Kunst, Zeichen zu schreiben, die atmen Von Martín Córdoba Stenografie wurde historisch als eine Technik begriffen, die Geschwindigkeit, Verdichtung und Präzision dient. Über Jahre habe ich sie als Parlamentsstenograf und in sakraler Rhetorik angewendet, bei Stenografiewettbewerben praktiziert, sie neuen Generationen vermittelt und als unverzichtbares Instrument für die getreue Aufzeichnung gesprochener Worte geschätzt. Mit der Zeit jedoch entdeckte i...

„Wo das Zeichen atmet“ (Poesie)

„Wo das Zeichen atmet“ Von Natalia Martínez In der Pause der Linie entsteht das Zeichen, nicht aus Eile, sondern aus Form. Es ist eine Figur, die lauscht, es ist eine Linie, die das Schweigen zwischen den Worten ahnt und es schreibt. Jeder Kreis, jede Ellipse, jeder Strich, der im Rhythmus des Stifts entsteht, trägt die Erinnerung an die Stimme, die noch nicht gesprochen wurde. Keine Hast. Nur der Puls. Denn hier, auf dieser wartenden Seite, berechnet die Geometrie nicht: sie atmet. Und was einst System war, wird Kunst; was einst Code war, Geste; was einst Handwerk war, Hingabe. Betrachte die Zeichen als wären sie Musik. Hör sie dir an als wären sie Bild. Sie haben nicht aufgehört. Sie folgen uns. Und sie erwarten uns, in jedem langsamen Strich, wo auch die Schrift zum Gebet wird.

Tafeln in Stenografie geschrieben

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Wir empfehlen auch den Abschnitt „Láminas escritas en taquigrafía para práctica de lectura y apreciación visual“ im Blog La Taquigrafía ( www.lataquigrafia.blogspot.com ) zu besuchen. Dort können die zwischen Februar und August 2010 entstandenen Tafeln kostenlos angesehen und/oder heruntergeladen werden, begleitet von den poetischen Epigraphen der argentinischen Pädagogin und Lyrikerin Natalia Martínez. „Jedes langsam gezeichnete Zeichen bewahrt den Atem eines Wortes, das noch nicht ausgesprochen ist. Seine Form zu ehren heißt, sein Schweigen zu hören“ ( Martín Córdoba). „Der visuelle Weg endet hier, doch die Zeichen atmen weiter jenseits der Seite. Dieses Fenster kann geschlossen werden, oder man verweilt noch einen Moment dort, wo die Schrift zum Schweigen wird“ ( Martín Córdoba).

Epigraphen für die kalligraphische Stenografie

Epigraphen für die kalligraphische Stenografie Von Natalia Martínez und Martín Córdoba „Das Zeichen, das mit Seele gezeichnet wird, wiederholt keine Klänge: es übersetzt das Schweigen.“ „In jeder Variation des Zeichens bleibt ein Moment zum Leben.“ „Die Stenografie, wenn sie atmet, zeichnet keine Reden auf: sie bewahrt Herzschläge.“ „Der Bleistift eilt nicht; er schreitet, als würde er den Umriss einer Stimme beten.“ „Wer die Zeichen betrachtet, ohne nach Bedeutung zu suchen, entdeckt eine Musik, die nicht gelesen werden muss.“ „Jedes Zeichen ist ein Faden des Schweigens, der gelernt hat, sich selbst zu zeichnen.“ „Hier merkt sich die Stenografie nicht: sie erinnert sich an die Seele, die sie diktiert.“ „Wenn der Bleistift zuhört, wird der Strich zur Präsenz.“ „Ein gut gezeichnetes Zeichen verlangt keine Interpretation: es bietet Gesellschaft.“ „Was wie Code erscheint, ist manchmal ein Gebet.“ „Stenografieren ohne Eile heißt, von innen heraus zu schreiben.“ „Jede handgesch...

Mit ihr (der Stenografie)

Mit ihr (der Stenografie) „Con ella“, Cristian Castro (Link zum Lied). Wie im Lied wird Stenografie manchmal mit der Seele geschrieben: wenn sie langsam ist, still, fern vom Lärm der Geschwindigkeit. Manchmal verwandelt sie uns. Manchmal begleitet sie uns schweigend. Und wie bei jeder wahren Liebe geht es nicht darum, sie zu verstehen, sondern sie zu fühlen. „Und die Stille, die so groß war wie der Himmel, füllte sich mit einem ‚Ich liebe dich‘ von hier bis in die Ewigkeit.“ So war dieser Raum für mich: eine geteilte Stille, voller Zeichen, Buchstaben, Begleitung. Danke an alle, die gelesen, gefühlt und sich von den Zeichen und diesen Worten begleiten ließen. Danke auch an alle, die diesen Blick begleiteten, wie Natalia Martínez, deren Poesie und Sensibilität halfen, die Stenografie in all ihrer Schönheit zu offenbaren. Von hier aus, mit herzlichen Grüßen, Martín Córdoba